Bundes-Solar
Ressort · Geld und Abgaben

Förderung, Vergütung und Steuern

Eine Solaranlage wird heute weniger über Zuschüsse finanziert als über Vergütung, Steuern und den eigenen Verbrauch. Welche Regeln gelten, hängt an Anlagengröße, Gebäudeart und Inbetriebnahmedatum. Dieses Ressort ordnet die Geldflüsse rund um Solarstrom.

Bei kleinen Solaranlagen entscheiden die Steuerregeln und der Eigenverbrauch mehr über die Wirtschaftlichkeit als jeder Zuschuss.

Antragsunterlagen, Ordner und Taschenrechner auf einem Schreibtisch am Fenster
Für kleine Dachanlagen sind Steuer und Vergütung inzwischen einfacher als jedes Förderprogramm — wenn man die Schwellen kennt.

Einordnung

Die Einspeisevergütung ist kein Förderprogramm mit Antrag, sondern ein gesetzlicher Anspruch: Der Netzbetreiber zahlt für eingespeisten Strom einen festen Satz, der am Inbetriebnahmedatum festgeschrieben wird und für zwanzig Jahre plus das Inbetriebnahmejahr gilt. Für Neuanlagen sinken die Sätze in regelmäßigen Schritten. Wer überwiegend selbst verbraucht, ist von dieser Entwicklung weniger abhängig als wer voll einspeist.

Für kleine Anlagen hat der Gesetzgeber die Steuer vereinfacht. Seit 2023 wird beim Kauf und bei der Installation von Anlagen bis 30 Kilowatt-Peak auf oder an Wohngebäuden keine Umsatzsteuer berechnet. Die Erträge solcher Anlagen sind zudem von der Einkommensteuer befreit. Damit entfallen für die meisten Hausdächer Gewerbeanmeldung, Umsatzsteuer-Voranmeldung und Gewinnermittlung — Pflichten, die früher viele Betreiber abgeschreckt haben.

Zuschüsse spielen beim reinen Solarstrom nur noch eine Nebenrolle. Bundesweit verbreitet ist der Förderkredit der KfW für erneuerbare Energien. Daneben gibt es regionale und kommunale Programme, die sich in Höhe, Voraussetzungen und Laufzeit stark unterscheiden und oft nach kurzer Zeit ausgeschöpft sind. Für Mehrparteienhäuser kommt der Mieterstromzuschlag hinzu, der die Lieferung von Dachstrom an Bewohner unterstützt.

Worauf es ankommt

Vier Punkte, die in diesem Ressort regelmäßig unterschätzt werden.

01

Die 30-kWp-Grenze ist die wichtigste Zahl

Unterhalb gelten Nullsteuersatz und Einkommensteuerbefreiung. Wer knapp darüber plant, sollte prüfen, ob sich die Anlage sinnvoll aufteilen oder verkleinern lässt.

02

Volleinspeisung lohnt sich seltener

Für volleinspeisende Anlagen gibt es einen höheren Satz. Ob das die geringere Ersparnis beim eigenen Verbrauch ausgleicht, hängt stark vom Haushalt ab.

03

Regionale Programme sind ein Wettlauf

Kommunale Zuschüsse sind oft schnell vergeben. Wer darauf setzt, muss den Antrag vor dem Auftrag stellen und mit kurzen Fristen rechnen.

04

Keine Vergütung bei negativen Preisen

Neue Anlagen erhalten für Strom, der in Stunden mit negativen Börsenpreisen eingespeist wird, keine Vergütung. Die ausgefallene Zeit wird ans Ende der Förderdauer angehängt.

Beiträge im Ressort
Begriffe aus diesem Ressort
Einspeisevergütung
Gesetzlich festgelegte Zahlung des Netzbetreibers für Solarstrom, der ins öffentliche Netz eingespeist wird.
Volleinspeisung
Betriebsart, bei der der gesamte erzeugte Solarstrom ins Netz geht, statt zuerst selbst verbraucht zu werden.
Nullsteuersatz
Umsatzsteuersatz von null Prozent für Kauf und Installation kleiner Photovoltaikanlagen auf oder an Wohngebäuden.
Mieterstromzuschlag
Förderung nach dem EEG für Solarstrom, der vom Dach direkt an die Bewohner eines Gebäudes geliefert wird.
Häufige Fragen

Kurz beantwortet.

Für Anlagen bis 30 Kilowatt-Peak auf oder an Wohngebäuden in aller Regel nicht: Beim Kauf fällt keine Umsatzsteuer an, und die Erträge sind von der Einkommensteuer befreit. Bei größeren Anlagen oder gewerblicher Nutzung gelten andere Regeln.

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