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Ressort · Markt

Strompreise, Tarife und Abrechnung

Der Strompreis besteht nur zu einem Teil aus Energie. Netzentgelte, Steuern, Abgaben und Messstellenkosten machen den größeren Anteil aus — und sie folgen einer anderen Logik als die Börse.

Wer den Strompreis verstehen will, muss ihn in seine Bestandteile zerlegen — der Arbeitspreis allein sagt wenig.

Einordnung

Ein Blick auf die Rechnung lohnt sich, weil die einzelnen Bestandteile unterschiedlich beeinflussbar sind. Beschaffung und Vertrieb lassen sich durch einen Anbieterwechsel verändern, Netzentgelte hängen am Wohnort und am Verbrauchsverhalten, Steuern und Abgaben an der Politik. Wer nur den Anbieter wechselt, bewegt entsprechend nur einen Teil.

Dynamische Tarife bilden den stündlichen Börsenpreis ab und lohnen sich für Haushalte, die Verbrauch aktiv verschieben können — Wärmepumpe mit Puffer, E-Auto mit Nachtladung, Speicher mit Preissteuerung. Ohne solche Flexibilität bleibt der Effekt gering und das Preisrisiko real.

Bei Wärmepumpen kommt die Frage des Zählpunkts hinzu. Ein separater Zähler ermöglicht spezielle Wärmepumpentarife, kostet aber Grundgebühr und Installation. Ob sich das rechnet, hängt schlicht an der Menge: Unterhalb von etwa 4.000 Kilowattstunden Wärmepumpenstrom im Jahr trägt der eigene Zählpunkt seine Kosten oft nicht.

Worauf es ankommt

Vier Punkte, die in diesem Ressort regelmäßig unterschätzt werden.

01

Der Arbeitspreis ist nicht der Preis

Grundpreis, Messstellenentgelt und Abschlagsstruktur gehören in jeden Vergleich. Reine Cent-pro-Kilowattstunde-Vergleiche führen regelmäßig in die Irre.

02

Dynamisch heißt beweglich, nicht billig

Der Vorteil entsteht durch Lastverschiebung. Ohne steuerbare Verbraucher ist ein Festpreistarif meist die ruhigere Wahl.

03

Netzentgelte werden regional unterschiedlicher

Regionen mit hohem Erzeugungsanteil tragen bislang höhere Netzkosten. Die Verteilung dieser Kosten ist politisch in Bewegung.

04

Eigenverbrauch bleibt der stärkste Hebel

Eine selbst erzeugte Kilowattstunde umgeht Beschaffung, Netzentgelt und den Großteil der Abgaben gleichzeitig.

Begriffe aus diesem Ressort
Netzentgelt
Preisbestandteil für Bau, Betrieb und Wartung der Strom­netze — regional unterschiedlich und ein erheblicher Teil der Stromrechnung.
Dynamischer Stromtarif
Tarif, dessen Arbeitspreis dem stündlichen Börsenpreis folgt — sinnvoll für Haushalte, die Verbrauch verschieben können.
Häufige Fragen

Kurz beantwortet.

Er lohnt sich, wenn Sie mindestens einen großen Verbraucher zeitlich steuern können — Wärmepumpe, Wallbox oder Speicher. Ohne Lastverschiebung bleibt die Ersparnis klein, während das Risiko von Preisspitzen bestehen bleibt.

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