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Solar im Bestand

Ausgeförderte Solaranlagen: was nach 20 Jahren rechtlich gilt

Mit dem Ende der EEG-Förderung ändert sich nicht der Betrieb, sondern die Abrechnung. Welche Vergütung dann gilt, welche Pflichten bleiben und warum Eigenverbrauch zur wichtigsten Größe wird.

Redaktion Bundes-Solar1 MinutenStand: Oktober 2026
Gealterte Photovoltaikanlage auf einem Ziegeldach
Nach zwanzig Jahren endet die Förderung, nicht die Anlage. Was danach mit dem Strom passiert, ist eine Rechtsfrage.

Für jede Solaranlage endet die feste Einspeisevergütung nach zwanzig Jahren zuzüglich des Inbetriebnahmejahres. Ab diesem Zeitpunkt gilt sie als ausgefördert. Abgeschaltet werden muss sie deshalb nicht: Der Netzbetreiber ist weiterhin zum Anschluss verpflichtet, die Anlage darf Strom erzeugen und einspeisen.

Wie eingespeister Strom dann vergütet wird

Für ausgeförderte kleine Anlagen sieht das EEG eine Anschlussregelung vor. Der Netzbetreiber nimmt den Strom ab und zahlt einen Betrag, der sich am Marktwert Solar orientiert, abzüglich einer Pauschale für die Vermarktung. Dieser Betrag liegt deutlich unter der früheren Vergütung und schwankt mit den Börsenpreisen. Alternativ kann der Betreiber einen Direktvermarkter beauftragen; ob das mehr bringt, hängt von Anlagengröße, Messkosten und Gebühren ab.

Welche Pflichten bleiben

Die Anlage bleibt im Marktstammdatenregister eingetragen, Änderungen wie ein Wechselrichtertausch oder eine Stilllegung müssen gemeldet werden. Wer die Anlage technisch umbaut, etwa um den Strom selbst zu nutzen, braucht in der Regel ein neues Messkonzept, das mit dem Netzbetreiber und dem Messstellenbetreiber abgestimmt wird.

Warum sich die Rechnung umdreht

Solange die feste Vergütung lief, war Einspeisung oft lukrativer als Eigenverbrauch. Nach dem Förderende ist es umgekehrt: Jede selbst verbrauchte Kilowattstunde spart den vollen Bezugspreis, jede eingespeiste bringt nur noch einen Bruchteil davon. Wer die Anlage auf Eigenverbrauch umstellt, gegebenenfalls mit Speicher, holt deshalb meist deutlich mehr aus ihr heraus.

Weiterbetreiben, umbauen oder ersetzen?

Die Entscheidung hängt am Zustand von Modulen und Wechselrichter, an den Kosten für Zählerumbau und Messkonzept und am eigenen Verbrauch. Eine neue Anlage auf demselben Dach fällt unter das dann geltende Recht – mit neuer Vergütung, aber auch mit den aktuellen Pflichten, etwa zur Steuerbarkeit. Ein Vergleich der drei Wege lohnt sich, bevor die Förderung ausläuft.

Dieser Beitrag ordnet Rechtslage und Marktentwicklung ein und ersetzt keine Beratung im Einzelfall. Fördersätze, Fristen und Preise ändern sich; maßgeblich sind die Veröffentlichungen der zuständigen Stellen zum Zeitpunkt Ihrer Entscheidung.

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