Bundes-Solar

Der Vergleich zwischen Wärmepumpe und Gasheizung wird selten sauber geführt. Meist wird entweder nur der Anschaffungspreis genannt oder nur der Verbrauch. Beides für sich genommen führt zu falschen Schlüssen. Belastbar wird die Rechnung erst, wenn Investition, Förderung, Verbrauch und Preisentwicklung über den gesamten Nutzungszeitraum betrachtet werden.

Die vier Posten

Investition. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe im Einfamilienhaus kostet einschließlich Einbau, Hydraulik und Inbetriebnahme meist zwischen 18.000 und 35.000 Euro. Eine neue Gasbrennwertheizung liegt bei 9.000 bis 15.000 Euro, gegebenenfalls zuzüglich Schornsteinsanierung.

Förderung. Hier entsteht der größte Unterschied. Für die Wärmepumpe sind über die Bundesförderung 30 Prozent Grundförderung plus Boni möglich, in der Spitze 70 Prozent bei maximal 30.000 Euro förderfähigen Kosten. Für die Gasheizung gibt es nichts. Nach Förderung liegen beide Varianten in vielen Fällen dicht beieinander.

Verbrauch. Ein Haus mit 15.000 Kilowattstunden Wärmebedarf benötigt bei einer Gasheizung mit 90 Prozent Nutzungsgrad rund 16.700 Kilowattstunden Gas. Die Wärmepumpe braucht bei einer Jahresarbeitszahl von 3,5 etwa 4.300 Kilowattstunden Strom.

Preisentwicklung. Der CO2-Preis auf fossile Brennstoffe steigt planmäßig weiter und schlägt direkt auf den Gaspreis durch. Auf der Stromseite wirken Wärmepumpentarif, reduzierte Netzentgelte nach Paragraf 14a und — falls vorhanden — eigener Solarstrom in die Gegenrichtung.

Die drei Annahmen, an denen es kippt

1. Die Jahresarbeitszahl. Zwischen 2,8 und 4,0 liegen im Beispiel oben rund 1.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr. Sie entscheidet sich an der Vorlauftemperatur, nicht am Fabrikat.

2. Der Strom-zu-Gas-Preisabstand. Solange eine Kilowattstunde Strom weniger als das Dreifache einer Kilowattstunde Gas kostet, ist die Wärmepumpe bei einer JAZ von 3,5 im laufenden Betrieb günstiger. Dieses Verhältnis ist die eigentliche Kennzahl.

3. Der Eigenstromanteil. Wer eine Photovoltaikanlage hat, deckt je nach Auslegung 20 bis 35 Prozent des Wärmepumpenstroms selbst — der übrige Vergleich verschiebt sich dadurch deutlich.

Was in der Rechnung meist fehlt

  • Schornsteinfegergebühren und Wartungskosten, bei Gas jährlich, bei der Wärmepumpe seltener
  • Restwert und Rückbau der alten Anlage
  • der Wegfall des Gasnetzanschlusses samt Grundgebühr
  • Aufwertung der Immobilie über den Energieausweis
  • das Risiko, in zehn Jahren erneut investieren zu müssen, wenn ein Wärmenetz kommt

Das nüchterne Fazit

Nach Förderung und über 15 Jahre gerechnet liegt die Wärmepumpe in den meisten Konstellationen vorn — deutlich dann, wenn eine niedrige Vorlauftemperatur erreichbar ist und eigener Solarstrom zur Verfügung steht. Sie liegt hinten, wenn das Gebäude hohe Vorlauftemperaturen erzwingt und kein Eigenstrom vorhanden ist. Genau deshalb ist die Heizlastberechnung kein Formalismus, sondern die Grundlage der gesamten Entscheidung.

Dieser Beitrag ordnet Rechtslage und Marktentwicklung ein und ersetzt keine Beratung im Einzelfall. Fördersätze, Fristen und Preise ändern sich; maßgeblich sind die Veröffentlichungen der zuständigen Stellen zum Zeitpunkt Ihrer Entscheidung.

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