Photovoltaik im Bestand
Die meisten Fragen stellen sich nicht beim Neubau, sondern bei Dächern, auf denen schon etwas steht oder stehen könnte: alte Anlagen nach dem Förderende, Erweiterungen, kleine Steckergeräte und Strom für Mehrparteienhäuser. Dieses Ressort ordnet die Regeln, die dafür gelten.
Nach dem Förderende zählt jede selbst verbrauchte Kilowattstunde mehr als jede eingespeiste.

Einordnung
Anlagen, deren zwanzigjährige Förderung ausgelaufen ist, dürfen weiterlaufen. Eingespeister Strom wird dann nicht mehr mit dem alten Satz vergütet, sondern deutlich niedriger nach Marktwerten oder über einen Direktvermarkter. Wirtschaftlich verschiebt sich der Schwerpunkt damit auf den Eigenverbrauch: Wer den Strom selbst nutzt, spart den vollen Bezugspreis, wer ihn einspeist, erhält nur noch einen Bruchteil davon.
Wer eine bestehende Anlage um weitere Module erweitert, schafft rechtlich einen neuen Anlagenteil mit eigenem Inbetriebnahmedatum und eigener Vergütung. Das muss sauber gemessen und dem Netzbetreiber gemeldet werden. Die Nachrüstung eines Speichers ändert die Vergütung der bestehenden Anlage dagegen nicht, verschiebt aber das Verhältnis von Eigenverbrauch und Einspeisung.
Für kleine Leistungen und für Mehrparteienhäuser hat der Gesetzgeber eigene Wege geschaffen. Steckersolargeräte mit einer Wechselrichterleistung bis 800 Voltampere werden nur noch im Marktstammdatenregister angemeldet. In Mehrparteienhäusern kann Dachstrom über Mieterstrom oder die Gemeinschaftliche Gebäudeversorgung an die Bewohner gehen — mit unterschiedlichen Pflichten für den, der die Anlage betreibt.
Vier Punkte, die in diesem Ressort regelmäßig unterschätzt werden.
Ausgefördert heißt nicht wertlos
Viele alte Anlagen liefern weiterhin einen großen Teil ihrer ursprünglichen Leistung. Ob Weiterbetrieb, Umbau auf Eigenverbrauch oder Ersatz sinnvoll ist, entscheidet sich an Zustand, Zähler und Verbrauch.
Steckersolar ist entbürokratisiert, nicht regelfrei
Die Anmeldung ist einfacher geworden. Wie das Gerät angeschlossen und montiert wird, bleibt dennoch eine Sicherheitsfrage, und in Mietwohnungen braucht es oft eine Abstimmung.
Mehrparteienhäuser sind der ungenutzte Markt
Auf Mietshäusern liegt viel Dachfläche brach. Gemeinschaftliche Gebäudeversorgung soll den Einstieg erleichtern, verlangt aber Messkonzept und Abrechnung.
Der Zähler bestimmt, was möglich ist
Bei Erweiterungen, Speichern und neuen Versorgungsmodellen entscheidet das Messkonzept, wie Strom zugeordnet und abgerechnet wird. Es sollte vor der Technik geklärt sein.
- 01
Ausgeförderte Solaranlagen: was nach 20 Jahren rechtlich gilt
Mit dem Ende der EEG-Förderung ändert sich nicht der Betrieb, sondern die Abrechnung. Welche Vergütung dann gilt, welche Pflichten bleiben und warum Eigenverbrauch zur wichtigsten Größe wird.
- 02
Dachstrom für Mehrparteienhäuser: Mieterstrom oder Gebäudeversorgung?
Zwei rechtliche Wege bringen Solarstrom vom Dach an die Bewohner. Worin sich Mieterstrom und Gemeinschaftliche Gebäudeversorgung unterscheiden, welche Pflichten der Betreiber trägt und was das Messkonzept verlangt.
- 03
Photovoltaik an der Fassade: Was im Bestand tatsächlich geht
Senkrechte Module liefern weniger Ertrag, aber die bessere Winterkurve. Wie Baurecht, EEG-Vergütung und Ausführung bei Fassaden-PV im Bestand zusammenspielen.
- Gemeinschaftliche Gebäudeversorgung
- Modell, bei dem Solarstrom vom Dach eines Mehrparteienhauses anteilig den Wohnungen zugeordnet wird, ohne dass der Betreiber zum Vollversorger wird.
- Steckersolargerät
- Kleine Solaranlage mit wenigen Modulen, die über einen Wechselrichter in den Hausstromkreis einspeist.
Kurz beantwortet.
Sie darf weiterlaufen. Für eingespeisten Strom gibt es dann keine feste Förderung mehr, sondern eine deutlich niedrigere Vergütung nach Marktwerten oder über einen Direktvermarkter. Wirtschaftlich lohnt es sich, möglichst viel selbst zu verbrauchen.
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