Negative Strompreise
Börsenpreise unter null, bei denen Erzeuger dafür bezahlen, dass ihr Strom abgenommen wird.
Am Day-Ahead-Markt der Strombörse kann der Preis für einzelne Stunden oder Viertelstunden unter null fallen. Das passiert, wenn das Angebot die Nachfrage übersteigt und sich Erzeugung nicht schnell genug reduzieren lässt — typischerweise an sonnigen, windigen Tagen mit geringem Verbrauch, etwa an Feiertagen oder Wochenenden zur Mittagszeit.
Dass Erzeuger trotzdem einspeisen, hat mehrere Gründe: Manche Kraftwerke lassen sich technisch nicht kurzfristig herunterfahren, und ältere geförderte Anlagen erhalten ihre feste Vergütung unabhängig vom Börsenpreis. Für sie gibt es keinen Anreiz, bei negativen Preisen abzuschalten.
Der Gesetzgeber hat darauf reagiert: Neue Anlagen bekommen in solchen Stunden keine Vergütung mehr. Für Haushalte mit einem dynamischen Tarif sind negative Börsenpreise dagegen eine Gelegenheit, Strom besonders günstig zu beziehen — allerdings fallen Netzentgelte, Steuern und Abgaben weiterhin an.
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